Jetzt den Ausbau von Solarenergie vorantreiben und den Anschluss nicht verpassen
Der Markt ist da. Die Technik ist reif. Und Dachdecker haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Gewerken: Sie sind bereits oben. Wer jetzt den Einstieg ins Solargeschäft wagt, erschließt sich ein Geschäftsfeld mit langfristigem Potenzial und wird für seine Kunden zur ersten Adresse. Der Einstieg in das Geschäftsfeld Photovoltaik (PV) ist für die Betriebe eine der strategisch sinnvollsten Entscheidungen der nächsten Jahre.
Das Energiedach: Chancen für den Betrieb
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. In Deutschland wurden 2023 rund 14 Gigawatt neue Photovoltaikleistung installiert, mehr als je zuvor in einem einzigen Jahr. Bis 2030 soll die installierte Gesamtleistung auf 215 Gigawatt steigen, so das Ziel der Bundesregierung. Das entspricht einer Verdreifachung gegenüber heute.
Hinzu kommt die gesetzliche Dynamik: Die Solarpflicht gilt auf Neubauten in vielen Bundesländern. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und weiteren Bundesländern greift sie inzwischen auch bei der Sanierung von Bestandsgebäuden. Der Beratungsbedarf bei Hauseigentümern ist entsprechend gestiegen und wird meist beim Dachdecker angefragt. Denn er ist der erste Ansprechpartner für Fragen rund ums Dach. Wer dieses Potential nicht erkennt und den Bedarf nicht bedient, lässt Umsatz auf der Straße liegen. Wer ihn bedient, schafft langfristige Kundenbindung und eröffnet neue Ertragsquellen, von der Erstberatung über die Montage bis zur Wartung.
Der Dachdecker hat den Heimvorteil
Elektriker, Solarteure, Energieberater, sie alle sind Fachkräfte im PV-Markt. Aber ein Dachdecker bringt das handwerkliche Verständnis für das Dach als Komplettsystem mit. Wer weiß, wie eine Unterspannbahn funktioniert, wie Konterlatten und Traglattung zusammenwirken, welche Lasten Sparren und Pfetten tragen können, der versteht auch, was eine PV-Anlage mit einem Dach macht. Und das ist der entscheidende Unterschied.
Denn wenn Fehler bei der PV-Montage entstehen, können sie an den Stellen auftreten, die der andere nicht erkennen. Zum Beispiel an der Dachhaken-Befestigung, die nicht in den Sparren trifft, an der Kabeldurchführung, die undicht werden kann oder an der blockierten Hinterlüftung, die das Gebälk langsam schädigt. Das sind Fehler, die einem Dachdecker nicht passieren, wenn er einmal verstanden hat, wie PV-Systeme aufgebaut sind.
Dieser Wissensvorsprung lässt sich in ein Qualitätsversprechen übersetzen, das kein reiner Solarteur geben kann: fachgerechte Integration in das Gesamtsystem Dach, mit voller Verantwortung für Dichtigkeit und Statik.
Wie der Einstieg funktioniert
Ziele Betriebe zögern beim Einstieg, weil sie glauben, dafür ein komplett neues Unternehmen aufbauen zu müssen. Das stimmt nicht. Der realistische Einstieg in das Zusatzgeschäft kann in mehreren Stufen laufen:
Beratung und Planung
Der erste Schritt kostet am wenigsten und bringt am meisten Vertrauen. Wer seinen Kunden beim nächsten Dachauftrag aktiv auf das Thema Photovoltaik anspricht, zeigt Kompetenz – auch wenn er die Anlage noch nicht selbst montiert. Mit einfachen digitalen Planungstools lässt sich auf Basis von Postleitzahl, Dachneigung und Ausrichtung schnell zeigen, welche Erträge realistisch sind und wann sich die Investition rechnet. Das Gespräch dauert zehn Minuten und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Montage mit Systempartner
Der nächste Schritt ist die eigene Montage, idealerweise mit einem abgestimmten Komplettsystem vom Fachhandel. Unterkonstruktion, Module, Wechselrichter und Speicher aus einer Hand bedeuten: keine Schnittstellenprobleme, klare Gewährleistung, weniger Fehlerquellen. Erste Projekte sollten überschaubar sein. Ein gut ausgerichtetes Einfamilienhausdach, keine verschattungsreiche Sonderkonstruktion. So wächst das Know-how mit jedem Auftrag.
Vollständiges Leistungspaket
Wer Erfahrung gesammelt hat, kann sein Angebot ausbauen: Wartungsverträge, Monitoring, Erweiterungen bei steigendem Strombedarf. Kunden mit PV-Anlage bleiben langfristig im Portfolio, denn ein Dach mit Technik braucht regelmäßige Aufmerksamkeit.
Weiterbildung statt "Sprung ins kalte Wasser"
Für den erfolgreichen Einstieg braucht man kein Studium in Elektrotechnik. Aber ein solides Grundverständnis der gängigen Technologien hilft im Kundengespräch genauso wie bei der Produktauswahl. Spezielle Schulungsangebote für das Dachhandwerk durch Hersteller von Montagesystemen oder Branchenverbände vermitteln Basiswissen (Arbeitssicherheit, statische Grundlagen, Brandschutz). Es gibt Kurse, die speziell darauf ausgerichtet sind, Dachhandwerkern die Angst vor dem Einstieg zu nehmen, ohne dass sie eine komplette Ausbildung zum Elektriker machen müssen.
Schulungsangebote
Schulungen und Workshops zum Thema bieten Ihnen die COBA-Fachhändler zum Beispiel mit spezifischen Produktschulungen der Hersteller. Für eine umfassende Qualifizierung ist der ZVDH-zertifizierte PV-Manager der Standard. Mit diesem 40-Stunden-Intensivkurs für Planung, Montage und rechtliche Grundlagen, bietet der ZVDH & die Landesverbände bundesweit die Zertifizierung zum „PV-Manager im Dachdeckerhandwerk“ an.
Neben dem ZVDH können Interessierte aber auch den BZB (Bildungszentren des Baugewerbes), die Innungen und Kammern, sowie verschiedene Akademien kontaktieren, um regionale Kurse zu finden. Mit der ROOF Academy (PV Academy) teilt Michael Zimmermann als Handwerksmeister, Sachverständige, Unternehmer sowie Online- und Offline-Dozent seinen enormen Erfahrungsschatz. Er vermittelt Wissen und hochkomplexe technische Zusammenhänge sehr praxisnah, gibt den Teilnehmern damit die nötige Sicherheit und regt zum Umdenken und Loslegen an.
Das Argument Wirtschaftlichkeit
Kunden wollen wissen, ob sich die Investition rechnet. Die Antwort ist in den meisten Fällen klar, wenn man sie richtig aufbereitet. Um Kunden zu überzeugen, sind digitale Kostenrechner unverzichtbar. Auf Basis von Postleitzahl, Dachneigung und Stromverbrauch zeigen sie sofort, was Sache ist. Dabei fallen zwei wichtige Quoten auf: Eigenverbrauch und Autarkie. Die Eigenverbrauchsquote beantwortet, wie viel vom selbst erzeugten Strom im Haus bleibt. Der Autarkiegrad verrät, wie unabhängig der Betreiber vom Stromanbieter ist, das heißt, wieviel weniger Strom gekauft werden muss. Besonders diese Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen ist für viele Kunden heute das schlagende Argument.
Hinzu kommen staatliche Förderungen: Das KfW-Programm 270 bietet zinsgünstige Kredite für PV-Anlagen und Stromspeicher. Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse. Für Gewerbebetriebe gibt es steuerliche Vorteile und die Möglichkeit von Sonderabschreibungen. Diese Kombination macht die Investition für viele Kunden attraktiver, als sie auf den ersten Blick erscheint und wer das im Gespräch klar darstellen kann, überzeugt.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik: Das Premiumsegment
Ein wachsendes Kundensegment legt nicht nur Wert auf Funktion, sondern auch auf Optik. Die gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) bedient genau diesen Markt. Hier ersetzen die Module die herkömmliche Dacheindeckung vollständig, das Ergebnis ist eine homogene, technisch hochwertige Dachfläche ohne sichtbare Aufdach-Konstruktion.
Großformatige Indach-Systeme bieten eine elegante Optik und reduzieren gleichzeitig das Gesamtgewicht des Daches, da die klassische Eindeckung entfällt. Solar-Dachziegel integrieren PV-Zellen direkt in keramische oder Kunststoffziegel und eignen sich besonders für Denkmalschutzobjekte oder architektonisch anspruchsvolle Projekte. Die Verlegung folgt weitgehend dem klassischen Handwerk, der Mehraufwand liegt in der elektrischen Verschaltung der vielen Einzelelemente.
Beide Systeme erfordern eine besonders sorgfältige Planung des Unterdachs, da die Hinterlüftung geringer ausfällt als bei Aufdach-Anlagen. Wer das beherrscht, erschließt sich ein Premiumsegment mit entsprechenden Margen und Kunden, die für Qualität bereit sind zu zahlen.
Fazit: Der beste Zeitpunkt ist jetzt
Märkte, die sich so schnell entwickeln wie der PV-Markt, belohnen die, die früh dabei sind. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind gesetzt, die Nachfrage ist real und die Technologie ist vorhanden und wird stetig weiterentwickelt. Was noch fehlt, sind genügend Betriebe, die das handwerkliche Können mitbringen und ihre Kunden kompetent begleiten.
Dachdecker haben alle Voraussetzungen dafür. Sie kennen das Dach besser als jedes andere Gewerk. Sie haben das Vertrauen ihrer Kunden. Und sie sind bereits vor Ort, wenn die Entscheidung fällt.
Der Einstieg ins Solargeschäft muss nicht von heute auf morgen passieren. Aber er sollte beginnen. Wer jetzt den ersten Schritt mit dem richtigen Systempartner im Rücken und solider handwerklicher Basis macht, wird in fünf Jahren nicht fragen, ob er es hätte tun sollen. Er wird froh sein, dass er es getan hat.
Informationen zur Solarpflicht in Deutschland finden Sie auch auf den Internetportalen der jeweiligen Bundesländer sowie in deren Landesbauordnungen (BauO) und Klimaschutzgesetzen. Da es keine einheitliche bundesweite Pflicht für Wohngebäude gibt, variieren die Vorschriften je nach Standort.
Weitere Informationen, Schulungsangebote, Formulare, Vereinbarungen, etc. erhalten Sie auch hier:
Bundesverband Solarwirtschaft e. V. | ZVDH | ROOF Academy | BZB

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat das Hauptziel, die Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) schnell als tragende Säule der deutschen Energiewirtschaft zu etablieren. Er vertritt die Interessen von über 1.000 Solarunternehmen, setzt sich für den schnellen Ausbau der Solarnutzung in Strom, Wärme und Mobilität ein, optimiert Rahmenbedingungen und schafft positive Marktbedingungen. Der BSW SOLAR zeigt in seinen Infografiken, wie groß der Wunsch in der Bevölkerung ist, die Abhängigkeiten von Importen fossiler Energie zu senken. Außerdem beziffert er den PV-Anteil am Stromverbrauch in den einzelnen Bundesländern.